Bifröst

Bifröst

Rot, Grün, Blau – der Regenbogen, den wir heute sehen, ist in der nordischen Mythologie mehr als ein Wetterphänomen. Er ist Bifröst, die „zitternde“ oder „schwankende“ Brücke, die Midgard, die Welt der Menschen, mit Asgard, dem Reich der Götter, verbindet.

Aufbau und Wächter

Die Prosa-Edda beschreibt sie als aus drei Farben gebaut – manche Deutungen sehen darin Feuer, Wasser und Luft. Das rote Band, so heißt es, brennt, damit Bergriesen und andere ungebetene Gäste die Brücke nicht erklimmen können. Wache hält Heimdall, der Gott mit dem schärfsten Gehör und dem schärfsten Blick unter allen Asen. Sein Horn Gjallarhorn liegt griffbereit, um die Götter zu warnen, sobald Gefahr naht.

Diese Wache ist kein Zufall. Am Tag von Ragnarök, dem Weltenuntergang, sind es die Söhne Muspells unter Führung des Feuerriesen Surtr, die über Bifröst gegen Asgard reiten – und die Brücke zerbricht unter dem Gewicht ihrer Pferde. Selbst eine Brücke der Götter hält der Endzeit nicht stand.

Ein Motiv vieler Kulturen

Forscher ordnen Bifröst in eine weit verbreitete Vorstellung ein: Viele indogermanische Mythologien kennen eine Brücke oder einen Pfad zwischen Himmel und Erde. Was Bifröst besonders macht, ist ihre Zerbrechlichkeit – anders als in manchen anderen Traditionen ist die nordische Götterbrücke von Anfang an auf ihr eigenes Ende hin gedacht.

Quellenlage

Die Beschreibung von Bifröst stützt sich vor allem auf die Lieder-Edda – insbesondere die Völuspá und Grimnismál – sowie auf Snorri Sturlusons Prosa-Edda, die im 13. Jahrhundert die mündliche Überlieferung erstmals systematisch zusammenfasste. Da es sich um mythologische Vorstellungen und nicht um historische Orte handelt, variieren Details je nach Quelle.

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