Hörnerhelme

Hörnerhelme

Aus der gesamten Wikingerzeit, von 793 bis 1066, ist kein einziger gehörnter Helm archäologisch belegt. Die Forschung kennt aus diesem Zeitraum überhaupt nur fünf Helmfunde: den Gjermundbu-Helm aus Norwegen, den Yarm-Helm aus England, das Tjele-Fragment aus Dänemark, das Lokrume-Fragment von Gotland und ein Fragment aus Kyjiw. Nur zwei davon lassen sich überhaupt rekonstruieren. Keiner trägt Hörner.

Der Hörnerhelm, den heute jedes Wikinger-Kostüm trägt, existiert als Gegenstand durchaus. Nur eben nicht in der Wikingerzeit – und nicht bei den Wikingern.

Fünf Funde, kein Horn

Der wichtigste dieser fünf ist der Gjermundbu-Helm. Er wurde 1943 bei Feldarbeiten auf dem Hof Gjermundbu bei Haugsbygd, Ringerike, entdeckt und wird auf die Zeit um 900 datiert. Er besteht aus einer runden Eisenkappe aus vier Platten mit einem „Brillen“-Schutz für Augen und Nase und liegt heute an der Universität Oslo.

Er stammt aus einem Brandgrab mit vollständiger Ausrüstung: Schwert, Kettenhemd, Schildbuckel, Sporen. Genau das macht ihn zum Referenzfund. Es ist kein Einzelstück, sondern die Ausstattung eines Mannes – und sie enthält alles außer Hörnern.

Vollständig ist der Helm nicht: Nur etwa 25 bis 30 Prozent des Originals wurden geborgen, der Rest ist Rekonstruktion.

Der Yarm-Helm gilt als der einzige weitere nahezu vollständige Fund dieser Zeit. Chris Caple hat ihn 2020 in der Fachzeitschrift Medieval Archaeology 64 ausführlich beschrieben und als anglo-skandinavisch, 10. Jahrhundert, eingeordnet – eine belastbare Grundlage, aber eine einzelne Untersuchung.

Die übrigen drei sind Fragmente. Das Tjele-Fragment wird auf 950 bis 970 datiert und wurde von Elisabeth Munksgaard als Helmteil identifiziert – der Fund gelang im Museum, nicht im Feld. Das Lokrume-Fragment von Gotland wurde 1907 erstmals beschrieben und umfasst nur den Augenbrauen- und Nasenteil. Aus Kyjiw stammt ein weiteres Bruchstück, ebenfalls zu klein für eine Rekonstruktion.

Fünf Funde aus rund 270 Jahren sind wenig. Sie reichen aber, um eine Aussage sicher zu treffen: Keiner der fünf zeigt auch nur Ansätze von Hörnern.

Hörner aus der Bronzezeit: die Veksø-Helme

Gehörnte Helme gab es in Skandinavien tatsächlich – nur rund 1700 Jahre vor Beginn der Wikingerzeit.

Die Veksø- oder Viksø-Helme, ein Paar bronzezeitlicher Zeremonialhelme, wurden 1942 in einem Torfmoor namens Brøns Mose bei Veksø auf Seeland gefunden. 2021 datierte ein Team um Helle Vandkilde von der Universität Aarhus Birkenpech aus einem der Hörner radiokarbonometrisch: Die Niederlegung erfolgte um 900 vor Christus.

Die Hörner sind dem Auerochsen nachgebildet, vorn sitzen Schnabel und Augen eines Raubvogels. Kamm und Rille trugen einst Federn und eine Pferdehaarmähne. Das Objekt liest sich damit eher als Herrscher- oder Priesterinsignie denn als Kampfausrüstung.

Vergleichbare Kopfbedeckungen erscheinen auf Felskunst und Figurinen in Westiberien und auf Sardinien. Vandkilde und ihre Ko-Autoren verweisen zudem auf eine lange Tradition gehörnter Figuren im Nahen Osten, verbunden mit göttlichem Herrschertum und Krieg. Eine verwandte Fundgruppe bilden der Grevensvænge-Hort von Seeland, etwa 800 bis 500 vor Christus, sowie die Funde von Fogdarp und Kallerup.

Vandkilde selbst hat die populäre Verwechslung ausdrücklich zurückgewiesen: Jahrzehntelang habe die Popkultur die Viksø-Helme mit den Wikingern in Verbindung gebracht. Das sei Unsinn – das Hörnermotiv stammt aus der Bronzezeit.

Die keltische Spur

Zwischen Bronzezeit und Wikingerzeit liegt eine zweite Wurzel, die in populären Darstellungen fast immer fehlt – obwohl sie erklärt, warum „Barbaren“ im 19. Jahrhundert überhaupt Hörner bekamen.

Der Waterloo-Helm wurde 1868 aus der Themse bei der Waterloo Bridge gebaggert. Er ist ein bronzener Zeremonialhelm im La-Tène-Stil, datiert auf etwa 150 bis 50 vor Christus, und liegt im British Museum. Für den Kampf war er unbrauchbar: zu dünnes Blech, zu klein für einen erwachsenen Kopf – möglicherweise für eine Statue gefertigt.

Er ist einer der ganz wenigen erhaltenen gehörnten Helme der europäischen Eisenzeit. Die Bilder sind zahlreicher als die Funde. Diodorus Siculus beschreibt in Buch V, 30 keltische Helme mit Hörnern. Der Triumphbogen von Orange, um 55 vor Christus, zeigt Gallier mit gehörnten Helmen. Und auf dem Gundestrup-Kessel trägt eine Figur einen Hörnerhelm und hält ein Rad.

Damit verschiebt sich, was der Hörnerhelm eigentlich ist. Er ist keine Erfindung aus dem Nichts, sondern eine Verwechslung zwischen Völkern. Keltische Zeremonialhelme, römische Beschreibungen gallischer Krieger und nordische Bronzezeit flossen im 19. Jahrhundert zu einem Bild zusammen – und dieses Bild wurde dann den Wikingern aufgesetzt.

Eine Jahreszahl lohnt es, danebenzustellen: Der Waterloo-Helm kam 1868 ins British Museum. Die Bayreuther Kostüme entstanden 1876. Acht Jahre.

Dass der Kostümbildner ihn gekannt hätte, ist nicht belegt, und es soll hier auch nicht behauptet werden. Aber das Bild des gehörnten antiken Barbaren war in diesen Jahren nachweislich präsent – in Museen wie in klassischen Texten.

Vogelköpfe statt Rinderhörner

Unmittelbar vor der Wikingerzeit liegt die Vendelzeit, das 6. und 7. Jahrhundert. Aus ihr stammen die vier gegossenen Bronzematrizen von Torslunda auf Öland. Eine zeigt einen tanzenden Mann mit hornartigem Kopfschmuck neben einer Figur mit Speer und Wolfsfell.

Der gehörnten Figur fehlt auffällig das rechte Auge. Ein Laserscan hat diese Einäugigkeit bestätigt – ein starkes Indiz für Odin, den einäugigen Gott.

Entscheidend ist dabei ein Detail, das in populären Nacherzählungen verloren geht: Die vermeintlichen Hörner enden in Vogelköpfen. Es sind keine Rinderhörner, sondern stilisierte Vogelschnäbel.

Dasselbe Motiv taucht mehrfach auf. Die Zierplatten des Sutton-Hoo-Helms, um 600, zeigen speertragende Tänzer mit vogelköpfigen Aufsätzen, ganz ähnlich der Torslunda-Figur. Derselbe Bildtypus erscheint auf einem Anhänger von Ekhammar in Uppland und einem Fund des 8. Jahrhunderts aus Staraja Ladoga. Ein weiterer „gehörnter“ Odin findet sich auf der Schnalle von Finglesham in Kent.

Was diese Figuren bedeuten, bleibt Deutung, nicht Beleg. Eine Erklärung sieht in ihnen Krieger, die sich als Odin verkleideten, um Trancefähigkeit anzuzeigen oder seine Rolle als seiðmaðr nachzuahmen, als Zauberkundigen – so etwa Michael P. Speidel in Ancient Germanic Warriors von 2004.

Sicher ist nur: Vogelkopf-Aufsätze auf Kultbildern sind etwas anderes als Kampfausrüstung.

Der Oseberg-Teppich – eine wikingerzeitliche Ausnahme

Die einzige wikingerzeitliche Bildquelle, die tatsächlich eine horntragende Figur zeigt, ist der Oseberg-Teppich. Er stammt aus dem Schiffsgrab von Oseberg und zeigt in einer Prozessionsszene eine überproportional große Figur mit gehörntem Helm, daneben eine zweite Figur mit Tiermaske.

Die Forschung liest diese Szene nicht als reales Kampfgerät, sondern als rituell oder mythologisch – als Begräbnisszene oder Götterzug. Anne Stine Ingstad deutete die abgebildeten Vögel als Huginn und Muninn, Odins Raben, über einem verhüllten Wagen mit einem Odinbild im Hörnerhelm. Sie zog dazu den Vergleich zur Göttin Nerthus, wie sie bei Tacitus überliefert ist.

Auf einem weiteren Textilfragment aus derselben Grabkammer hält die gehörnte Figur gekreuzte Speere und steht einem Mann gegenüber, der etwas wie ein Bärenfell trägt.

Damit bleibt ein Widerspruch offen, der sich nicht glätten lässt. Der Satz „Wikinger trugen keine Hörnerhelme“ ist als Aussage über Kampfausrüstung richtig. Ob er auch für rituelle Anlässe gilt, ist offen – Kult, Statussymbol, Götterbild oder künstlerische Freiheit sind alle möglich, keine Deutung ist gesichert.

Die schweigenden Texte

Weder die Lieder-Edda noch Snorris Prosa-Edda, verfasst um 1220, kennen einen gehörnten Helm. Das ist der philologische Befund hinter diesem Thema: Der Hörnerhelm hat keine Textgrundlage, weder in den alten Liedern noch bei Snorri.

Belegt ist nur der Helm als solcher, altnordisch hjálmr, und ein einziger mythischer Sonderfall: der Schreckhelm Ægishjálmr aus dem Fáfnir-Stoff. Er gehört zum Hort, den der Wurm Fáfnir bewacht; in Fáfnismál 16 und 17 rühmt Fáfnir sich, den Helm über dem Gold getragen zu haben, und Sigurd antwortet ihm darauf. Der Stoff steht außerdem in der Prosaeinleitung der Reginsmál und ausgeführt in der Völsunga saga.

Der Name setzt sich zusammen aus einem ersten Bestandteil, den man meist zu altnordisch ægir beziehungsweise agi stellt, „Schrecken, Ehrfurcht“, und hjálmr, „Helm“. Gelegentlich wird er mit dem Meerriesen Ægir verwechselt – das sind zwei verschiedene Wörter, auch wenn ein gemeinsamer Ursprung diskutiert wird.

Ægishjálmr ist ein Bild für überwältigende, furchteinflößende Ausstrahlung, kein konkretes Kopfstück mit Hörnern. Die Quellen beschreiben ihn nicht als Objekt mit erkennbarer Form.

Ein zweiter Fall derselben Art

Das achtarmige Symbol, das heute als „Ægishjálmur“ auf Tattoos und Anhängern kursiert, ist nicht dieser literarische Schreckenshelm. Es ist ein isländischer Zauberstab, dessen älteste bekannte Bildform aus der Handschrift Lbs 143 8vo um die Mitte des 17. Jahrhunderts stammt – gut vierhundert Jahre nach den Fáfnismál. Mehr dazu im Artikel zum Vegvísir.

Das ist derselbe Mechanismus wie beim Hörnerhelm, nur mit umgekehrten Vorzeichen: Dort ein junges Bild ohne alten Namen, hier ein alter Name, an den sich viel später ein Bild geheftet hat.

Wer nach einer Textstelle sucht, die den Hörnerhelm mythologisch begründet, sucht in jedem Fall vergeblich. Diese Leerstelle ist selbst ein Befund.

Hjálmr – das Verbergende

Das altnordische Wort hjálmr bedeutet schlicht „Helm“. Es geht zurück auf urgermanisch *helmaz, „Schutzdecke, Bedeckung“, und dieses wiederum auf die indogermanische Wurzel *kel-, „bedecken, verbergen, bergen“.

Verwandt sind altenglisch helm, althochdeutsch und deutsch Helm sowie gotisch hilms. Mit derselben Wurzel verbunden sind zudem urgermanisch *helaną, „bergen“, und lateinisch clam und celo, „verbergen“.

Der Helm ist sprachlich also ein Verbergendes, ein Bergendes – keine Zierform und schon gar keine Trophäe.

Für „Hörnerhelm“ selbst gibt es kein altnordisches Wort. Der Begriff ist eine moderne Bildung des 19. und 20. Jahrhunderts. Schon das allein zeigt: Die Vorstellung, die er beschreibt, ist jünger als die Sprache, aus der sie zu stammen scheint.

Bayreuth 1876: die Geburt des Hörnerhelms

Der heutige Mythos hat ein Geburtsdatum. Roberta Frank hat 2000 in ihrem Aufsatz „The Invention of the Viking Horned Helmet“ gezeigt, dass Wikinger mit Hörnerhelmen erstmals in der Bayreuther Erstaufführung des gesamten „Ring des Nibelungen“ 1876 auf einer Bühne erschienen. Kostümbildner Carl Emil Doepler, 1824 bis 1905, Maler und Illustrator der Bayreuther Festspiele, setzte ihnen die Hörner auf.

Vor 1876 sah das anders aus. „Wikingerhelme“ trugen in Illustrationen meist Flügel; Hörner waren Darstellungen antiker „Barbaren“ vorbehalten – aus der keltischen Bildtradition, die weiter oben beschrieben ist.

Nach der Bayreuther Premiere verbreiteten sich die Hörner rasch. Frank zeigt zudem, dass sie auf Nibelungen-Köpfen selbst einen Traditionsbruch darstellten: Bis 1878 zeigte keine einzige illustrierte Fassung des höfischen Epos gehörnte Figuren.

Doeplers Kostüme gelten damit als Ursprung des Mythos, obwohl es dafür keinen einzigen archäologischen Beleg gibt. Ein Bühnenrequisit einer Wagner-Inszenierung wurde binnen weniger Jahrzehnte zum vermeintlich historischen Detail.

Wer setzte zuerst die Hörner?

Ganz eindeutig ist selbst diese Geschichte nicht. Neben Doepler wird gelegentlich eine schwedische Illustrationstradition genannt: Ein Mitglied der Malmström-Familie soll für Esaias Tegnérs „Frithiofs saga“ Könige mit kleinen seitlichen Hörnern und Drachenflügeln gezeichnet haben. Die dafür kursierende Jahresangabe 1820 lässt sich mit Tegnérs tatsächlichen Erscheinungsdaten aber nur schwer vereinbaren – dieser Punkt gilt als nicht ausreichend belegt.

Auch innerhalb der Doepler-Geschichte gibt es zwei unvereinbare Fassungen. Die eine besagt, er habe Hörner den bösen Figuren gegeben und Federflügel den Helden. Die andere besagt, er habe Flügel für die Walküren reserviert und den Männern harmlose Kuhhörner aufgesetzt, aus denen erst später dramatische Stierhörner wurden. Beide Fassungen kursieren nebeneinander, keine lässt sich als die belegte ausweisen – sie werden hier genannt, nicht geglättet.

Ein verwandter, aber eigenständiger Irrtum stammt aus einer ganz anderen Zeit. Der dänische Antiquar Ole Worm übersetzte 1636 eine altnordische Kenning für Trinkhörner – wörtlich „gebogene Zweige der Schädel“ – so, dass daraus ein Held wurde, der aus den Schädeln der Erschlagenen trank. Auch dieses Bild ist bis heute populär, obwohl es auf einem Übersetzungsfehler beruht.

Es zeigt, dass Antiquare des 17. Jahrhunderts ebenso Wikingerbilder erzeugten wie Kostümbildner des 19.

Eine im deutschen Netz verbreitete Erklärung, wonach der Missionar Rimbert heidnische Priester mit Hörnerhelmen gesehen und den Anblick missverstanden habe, findet sich dagegen nur in populären Blogs, nicht in der Fachliteratur. Auch dieser Punkt bleibt unbelegt.

Ein Markenzeichen ohne Geschichte

Der Hörnerhelm hat sich von der Bühne in die Gegenwart verselbständigt. Das Logo der Minnesota Vikings trägt beidseits ein Horn, Comicfiguren wie Asterix‘ Wikinger-Gegner oder Hägar der Schreckliche zeigen dasselbe Bild.

Howard Williams hält es für fruchtlos, diesen Mythos weiter widerlegen zu wollen: Der Hörnerhelm werde bleiben, unabhängig davon, wie oft Archäologen ihn entkräften. Er funktioniert heute als Markenzeichen, nicht als historische Behauptung.

Das ergibt eine ungewöhnliche Rechnung. Die echten gehörnten Helme Skandinaviens, die von Veksø, sind rund 1700 Jahre älter als der Beginn der Wikingerzeit. Die keltischen sind rund 900 Jahre älter. Und die berühmten Hörnerhelme, wie Doepler sie erfand, sind rund 800 Jahre jünger als ihr Ende.

Das Objekt, das heute als Inbegriff des Wikingers gilt, hat mit den Wikingern selbst zeitlich am wenigsten zu tun.

Quellenlage

Wikingerzeitliche Helmfunde. Gjermundbu: gefunden 1943 auf dem Hof Gjermundbu bei Haugsbygd, Ringerike, Brandgrab mit vollständiger Waffenausstattung, datiert um 900, heute Universität Oslo. Yarm: Chris Caple, „The Yarm Helmet“, Medieval Archaeology 64, 2020, S. 31–64. Tjele-Fragment: 950–970, identifiziert durch Elisabeth Munksgaard. Lokrume-Fragment: erstbeschrieben 1907. Fragment aus Kyjiw.

Gehörnte Helme anderer Epochen. Veksø-/Viksø-Helme: gefunden 1942 in Brøns Mose bei Veksø, Seeland; Datierung des Birkenpechs auf um 900 v. Chr. durch Helle Vandkilde und Team, Praehistorische Zeitschrift, Dezember 2021. Waterloo-Helm: British Museum, Inv. 1988,1004.1, gefunden 1868 in der Themse, datiert c. 150–50 v. Chr. Dazu Diodorus Siculus, Bibliotheke V, 30; Triumphbogen von Orange, um 55 v. Chr.; Gundestrup-Kessel, Platte C.

Bildquellen. Torslunda-Matrizen, Öland, 6./7. Jahrhundert. Sutton-Hoo-Helm, um 600. Ekhammar-Anhänger, Uppland. Fund aus Staraja Ladoga, 8. Jahrhundert. Finglesham-Schnalle, Kent. Oseberg-Teppich und weitere Textilfragmente aus der Grabkammer, Deutung u. a. durch Anne Stine Ingstad.

Schriftquellen. Lieder-Edda und Snorris Prosa-Edda, um 1220: kein Beleg für gehörnte Helme. Ægishjálmr: Fáfnismál 16–17, Prosaeinleitung der Reginsmál, Völsunga saga. Zur jungen Bildform des Symbols: Lbs 143 8vo, Mitte 17. Jahrhundert.

Forschungsliteratur. Roberta Frank, „The Invention of the Viking Horned Helmet“, in: International Scandinavian and Medieval Studies in Memory of Gerd Wolfgang Weber, hg. v. Michael Dallapiazza u. a., Trieste: Edizioni Parnaso 2000, S. 199–208. Michael P. Speidel, Ancient Germanic Warriors, Routledge 2004. Helle Vandkilde u. a., Praehistorische Zeitschrift, Dezember 2021.

Ungesicherte Angaben. Die schwedische Illustrationstradition um die Familie Malmström und das Jahr 1820 sowie die Rimbert-Ansgar-Legende zu heidnischen Priestern stammen aus populären, nicht aus fachwissenschaftlichen Quellen und werden als offen gekennzeichnet. Für den Laserscan der Torslunda-Matrize, der die Einäugigkeit bestätigt, konnte die Publikation für diesen Artikel nicht verifiziert werden. Eine unmittelbare Verbindung zwischen dem Waterloo-Helm und Doeplers Kostümen ist nicht belegt und wird hier nicht behauptet.