Die Berserker

Die Berserker

Ein Krieger beißt in den Rand seines eigenen Schildes. Er heult wie ein Wolf. Noch bevor das erste Schwert klirrt, ist er kaum mehr Mensch. Feuer soll ihm nichts anhaben, Eisen auch nicht. So erzählen es die alten Quellen.

Die frühesten Spuren

Wer waren diese Männer? Die früheste Spur führt zum Hrafnsmál, einem Preisgedicht auf König Harald Schönhaar. Der Skalde Þórbjörn Hornklofi schrieb es im späten neunten Jahrhundert. Er beschreibt Berserker als Eliteeinheit des Königs. An ihrer Seite kämpfen die Ulfhednar, die „Wolfhäute“. Zwei Namen, eine Furcht. Man trug sie über die Nordsee, in Schiffen mit weißen Schilden und fränkischen Schwertern.

Drei Jahrhunderte später greift Snorri Sturluson das Bild wieder auf. In seiner Ynglinga-Saga nennt er die Berserker Odins eigene Männer. Sie kämpfen „wütend wie Hunde oder Wölfe“. Sie beißen in ihre Schilde. Sie sind stark wie Bären. Klingen und Flammen können ihnen nichts tun. Diesen Zustand nennt man Berserkergang. Er macht solche Angst, dass isländisches Recht ihn Jahrhunderte später ausdrücklich verbietet.

Rausch ohne Erklärung

Was steckte hinter diesem Rausch? Niemand weiß es genau. Viele kennen die Theorie vom Fliegenpilz. Doch die stammt nicht aus der Wikingerzeit. Ein schwedischer Naturforscher brachte sie im achtzehnten Jahrhundert auf. Sie ist eine moderne Vermutung, keine überlieferte Wahrheit.

Über tausend Jahre ist vergangen. Das Wort Berserker hat seinen Schrecken nicht verloren, obwohl sein Geheimnis bis heute ungelöst bleibt.

Quellenlage

Dieses Thema wird sowohl in altnordischen Quellen wie Sagas und Eddas als auch in der modernen wissenschaftlichen Forschung zur Wikingerzeit diskutiert. Da viele Details nur in späteren, literarisch ausgeschmückten Texten überliefert sind, ist der historische Kern in der Forschung teils umstritten.

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